| Krebs ist eine genetische Erkrankung,
die viele Ursachen hat. Ausgelöst wird das Tumorwachstum
durch Veränderungen in bestimmten Genen, die mit
verantwortlich sind für die Regulation der Zellteilung
(Proliferation), des programmierten Zelltods (Apoptose)
und der Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese).
An all diesen Prozessen ist eine Gruppe von Eiweißen
(Enzymen) beteiligt, die als Proteinkinasen bezeichnet
werden. Ungeregelte oder erhöhte Aktivität
solcher Proteinkinasen ist nach heutigem Forschungsstand
möglicherweise die Hauptursache für die Entstehung
eines Tumors.
Für die Entwicklung neuer Medikamente gegen Krebs
stellen deshalb die Proteinkinasen wichtige Ansatzpunkte
(Targets) dar. Das Hauptinteresse der Abteilung Target-Identifizierung
& Validierung liegt darin, Proteinkinasen zu entdecken
(Identifizierung), zu überprüfen,
- ob ihre Funktion in Krebszellen verändert ist,
- ob sie an der Entstehung der Krebserkrankung beteiligt
sind,
- ob die Korrektur dieser Veränderungen dazu führt,
dass die Krebszellen nicht mehr weiterwächst oder
abstirbt (Validierung).
Die Beantwortung dieser Fragen ist eine wichtige Voraussetzung
für die Entscheidung, ob eine Proteinkinase ein
geeignetes Target für eine neue Krebstherapie darstellt.
Zusätzlich zu den Proteinkinasen bearbeiten die
Mitarbeiter der Abteilung auch Projekte, in denen der
programmierte Zelltod im Mittelpunkt steht. Krebstherapien,
die den programmierten Zelltod in Tumorzellen auslösen,
stellen besonders attraktive Therapieansätze dar,
weil sie zur vollständigen Zerstörung der
Tumorzellen führen können.
Ein wichtiger Bereich der Abteilung stellt die tierexperimentelle
Gruppe dar. Diese Gruppe wird von der Ethik-Kommission
kontrolliert und arbeitet mit allen Abteilungen des
Institutes für medizinische Onkologie zusammen.
In ihr werden neue, von den Forschern entwickelte therapeutische
Konzepte überprüft. Darüber hinaus wird
sie eingesetzt, um neue Wirkstoffe hinsichtlich ihrer
Eignung für die Therapie von Tumorerkrankungen
zu charakterisieren. Die geschieht häufig in Zusammenarbeit
mit pharmazeutischen Unternehmen. Die tierexperimentelle
Gruppe arbeitet zudem an neuen Modellen, die noch besser
geeignet sind, die klinische Situation der verschiedenen
Krebserkrankungen darzustellen. Dies ist für die
Entscheidung, ob ein neu entwickelter Wirkstoff in die
klinische Prüfung gebracht wird, von grösster
Bedeutung.
Target Validierung unter dem Dach der Biotech-Firma
ProQinase
Um die Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung
von neuen therapeutischen Substanzen im Bereich der
Proteinkinasen an der Klinik für Tumorbiologie
weiter zu verbessern, wurde von den Abteilungen Wirkstofffindung
sowie Target Identifizierung & Validierung die Technolgieplattform
Proteinkinasen etabliert, die in der Biotech-Firma ProQinase
in der Klinik für Tumorbiologie zusammengefasst
ist.
Kontakt:
Klinik für Tumorbiologie
Dr. Michael Kubbutat
m.kubbutat@proqinase.com
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