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Studien zu Prostatakrebs (PDF)
Die Klinik
für internistische Onkologie (onkologische
Akutklinik) stellt für die Durchführung von
klinischen Studien eine spezielle Einrichtung zur Verfügung,
in der diese Studien durchgeführt werden können
( CTU = Clinical Trial Unit). In der CTU werden vorwiegend
neue, innovative medikamentöse Therapien im Rahmen
experimenteller Therapieprotokolle geprüft.
Was ist eine klinische Studie?
Was sind Studien der Phase I, II, III und IV?
Wozu eine klinische Studie?
Welche Risiken birgt eine Studie?
Welchen Nutzen bringt eine Stuide?
Wie wird eine Studie durchgeführt?
Wer kann an einer Studie teilnehmen?
Wie finde ich das richtige Studienzentrum/die richtige
Studie für mich?
Kontakt
Was
ist eine klinische Studie?
Im Rahmen klinischer Studien
erfolgt die wissenschaftliche Untersuchung
eines Arzneimittels bzw. Medizinproduktes am Menschen.
Klinische Studien schließen an die prä-klinische
Phase an, in der die Arzneimittel zuvor in aufwendigen
Labortests und auch in Tiermodellen erprobt wurden.
Klinische Studien in der Onkologie werden immer nach
neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen unter genau
vorgegebenen Bedingungen an Patienten auf freiwilliger
Basis durchgeführt und verfolgen ein festes Ziel,
das vorab durch ein genaues Studienprotokoll (Prüfplan)
festgelegt wird.
Man unterscheidet sogenannte Investigator (Prüfarzt)-initiierte
Studien (IIT`s) die der Beantwortung einer akademischen
Frage oder der Therapieoptimierung dienen und von
der Pharmaindustrie iniierte Studien (PIT`s), die
als Nah-
(oder) Fernziel die Zulassung eines Medikaments oder
einer Kombination haben. Egal ob der erste oder zweite
(IIT oder PIT) Studientyp vorliegt ist zu unterscheiden
zwischen Phase I, II, III und IV Studien, die jeweils
unterschiedliche Studienziele beinhalten und den
Entwicklungsstand eines neuen Medikaments oder einer
Kombination reflektieren.
 Was
sind Studien der Phase I, II, III und IV? Die Schritte
vom ersten Labortest bis zur Marktzulassung
bzw. von der Entwicklung eines neuen Wirkstoffes bis
zum zugelassenen Medikament dauern in der Regel mehr
als 10 Jahre. Während dieser Zeit werden klinische
Studien verschiedener Phasen durchgeführt.
Phase I Studien:
Phase I Studien schließen an die prä-klinische
Phase der Erforschung eines Wirkstoffes an. Hier
wird unter größten Sicherheitsvorkehrungen
zum ersten Mal ein Wirkstoff an eine begrenzte Anzahl
von Menschen verabreicht. Ziel dieser Studien ist
es, mehr über die Verträglichkeit des Wirkstoffes,
seine Aufnahme und Wirkweise im menschlichen Körper
zu erfahren. In der Onkologie werden diese neuen
Medikamente bei Krebspatienten eingesetzt, da gesunde
Probanden nicht derartige, die Gesundheit gefährdenden,
unter Umständen nebenwirkungsreichen Substanzen,
wie sie in der Onkologie eingesetzt werden, erhalten
dürfen. Es werden hier ausschließlich
Tumorpatienten auf freiwilliger Basis behandelt,
denen keine weitere sinnvoll erscheinende Standardtherapie
angeboten werden kann. Die Patienten werden intensiv überwacht
und die Behandlung wird bei inakzeptablen Nebenwirkungen
sofort abgebrochen oder mit niedriger Dosis nach
Erholung fortgesetzt.
Phase II Studien:
Ein Wirkstoff, der sich in der Phase I als verträglich
gezeigt hat, kommt, wenn es erste Hinweise auf Wirkung
gegeben hat, in eine Phase II Studie. Ziel der Phase
II ist es, mehr Informationen über die optimale
Dosierung des Wirkstoffes, seine Nebenwirkungen und
seine Einsatzmöglichkeiten bei genau definierten
Tumoren zu erfahren. An Phase II Studien nimmt bereits
eine größere Gruppe von onkologischen
Patienten teil (zwischen 40 und 100). Oft werden
mehrere Phase II Studien bei verschiedenen Tumoren
parallel durchgeführt. Auch diese Patienten
werden aufmerksam überwacht, der Hauptfokus
ist, die Wirkung am Tumor genau zu erfassen.
Phase III Studien:
Prüfpräparate, die in der Phase II eine
gute Wirksamkeit und Verträglichkeit gezeigt
haben, kommen in größere Phase III Studien
mit meist mehreren hundert Patienten. Hier müssen
sie im größeren Rahmen noch mal ihre Wirksamkeit
beweisen. Diese Studien sind oft weltweit angelegt
(multinational und multizentrisch). Phase III Studien
sind immer vergleichende Studien, denn das Ziel ist
es, einen Vorteil zur bisherigen Standardtherapie
aufzuzeigen. Auch wenn die Studien bereits unter
praxisnahen Bedingungen durchgeführt werden,
werden die Patienten weiterhin intensiv betreut.
Dadurch werden auch weniger häufige Nebenwirkungen
erfasst. Das Risiko für den einzelnen Patienten
in Phase III Studien ist wesentlich geringer als
in den Phase I oder II Studien.
Zeigt ein Prüfpräparat im Rahmen einer
Phase III Studie entweder ein gutes Sicherheitsprofil
und eine überlegene Wirksamkeit gegenüber
der bisherigen Standardtherapie oder aber eine überlegene
Verträglichkeit und/oder leichtere Anwendbarkeit
bei gleicher Wirksamkeit, wird das Präparat
als neues Medikament für den Markt zugelassen.
Phase IV Studien:
Phase IV Studien untersuchen bereits zugelassene
Medikamente in ihrer breiten Anwendung in der Praxis.
Diese Studien sind sehr sinnvoll, da so seltene Nebenwirkungen
oder auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
erkannt werden können. Eventuell werden auch
spezielle Patientengruppen (z.B. ältere Menschen,
Kinder) intensiver beobachtet.
 Wozu
eine klinische Studie?
Es gibt einige Gründe,
klinische Studien durchzuführen. Sei es die Entwicklung
neuer Medikamente, die Überprüfung von Kombinationen
aus mehreren Wirkstoffen/Medikamenten auf ihre Wirksamkeit
und Verträglichkeit, seien es die Weiterentwicklung
von Behandlungsstrategien oder die Erprobung neuer
therapeutischer und/oder diagnostischer Verfahren.
Aus klinischen Studien können sich auch neue
Erkenntnisse über Krankheitsursachen und Krankheitsverläufe
ergeben. Klinische Studien sind somit untrennbar
mit medizinischem Fortschritt verbunden. Zusätzlich
stellen sie auch einen wichtigen Bestandteil der
Qualitätssicherung in der medizinischen Behandlung
für den Patienten dar.
 Welche
Risiken birgt eine Studie?
Das Wohl und die Sicherheit
des Patienten stehen natürlich an oberster
Stelle. Dennoch ist die Teilnahme an einer Studie mit
Risiken verbunden.
Wie hoch die Risiken für den einzelnen Teilnehmer
sind, ist von der Phase (Phase I, II, III, IV) abhängig,
in der sich die Studie befindet.
Um das Risiko so gering wie möglich zu halten,
muss die Studie nach strengen gesetzlichen Vorschriften
durchgeführt werden. Jede Studie muss sich vor
Studienbeginn einer genauen Prüfung durch die
zuständige Ethikkommission und die zuständige
Gesundheitsbehörde unterziehen. Nur bei Zustimmung
der Ethikkommission kann die Studie überhaupt
begonnen werden. Alle teilnehmenden Prüfärzte
und alle involvierten Ethikkommissionen werden laufend über
eventuell auftretende schwere unerwünschte Nebenwirkungen/Ereignisse,
die im rahmen einer Studie auftreten, informiert.
 Welchen
Nutzen bringt eine Studie?
Den Nutzen für
die Allgemeinheit, für den medizinischen Fortschritt
und für die Qualitätssicherung haben wir
schon erwähnt, aber was ist der Nutzen, den der
einzelne Patient aus seiner Teilnahme an einer klinischen
Studie ziehen kann? Der Hauptzweck
der Studie ist ja nicht die Behandlung des Einzelnen,
sondern die Beantwortung einer medizinischen
Fragestellung, z.B. „Ist Behandlung mit Wirkstoff
A wirksamer und sicherer als die bisher übliche
Behandlung mit Medikament B?“
Dennoch kann auch der Studienteilnehmer von seiner
Teilnahme profitieren.
Vor der Teilnahme an einer klinischen Studie werden
die Patienten vom Prüfarzt sorgfältig untersucht.
Es wird überprüft, ob Ihre Erkrankung, ihr
Allgemeinzustand und ihre Vor- und/oder Begleiterkankungen
eine Studienteilnahme möglich bzw. sinnvoll machen.
Genau definierte Studieneinschluss- und Ausschlusskriterien
müssen beachtet werden.
Auch während und nach der Teilnahme an der Studie
wird der Patient regelmäßig vom Prüfarzt
untersucht. Er genießt meist eine intensivere
Betreuung als es unter Routinebedingungen möglich
ist und hat mit dem Prüfarzt und seinem Studienteam
immer dieselben erfahrenen Ansprechpersonen (personelle
Konstanz).
Für die Meldung über Nebenwirkungen gibt
es strenge internationale gesetzliche Bestimmungen,
an die sich der Prüfarzt halten muss. Nebenwirkungen
werden daher genau beobachtet und hinterfragt und dadurch
eventuell auch früher erkannt als außerhalb
einer Studie.
Studien werden nach den neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen durchgeführt und machen es möglich,
innovative Therapien zu erhalten, die außerhalb
einer klinischen Studie nicht zur Verfügung stehen
würden. Dies kommt vor allem Patienten zu Gute,
für deren Krankheit bisher noch keine erfolgversprechende
Therapie zur Verfügung steht.
Manche Patienten nehmen auch mit dem Gedanken an Studien
teil, anderen zukünftigen Patienten damit helfen
zu können.
 Wie
wird eine Studie durchgeführt?
Das Studienprotokoll
(Prüfplan), das von der Ethikkommission bewilligt
werden muss, legt den Ablauf der Studie detailiert
fest. Es präzisiert die Fragestellung der Studie,
definiert die Art und das Stadium der in die Studie
eingeschlossenen Erkrankung und erklärt, warum
es nach neuestem Wissensstand sinnvoll und ethisch
vertretbar erscheint, die klinische Studie durchzuführen.
Die Deklaration von Helsinki des Weltärztebundes
legt hierfür fest, dass eine neue Therapie sich
immer mit der besten bekannten Therapie messen muss
und nach neuestem Stand der Wissenschaft Aussicht haben
muss, erfolgreicher und sicherer zu sein als übliche
Behandlungskonzepte.
Sowohl die Auswahl der Patienten als auch die Durchführung
der Therapie haben sich nach dem Prüfplan zu richten.
Ebenso sind die Prüfärzte verpflichtet, sich
an dieses Protokoll zu halten. Jede Abweichung muss
mit dem Hauptverantwortlichen der Studie abgesprochen
werden.
Um mehrere Therapien miteinander zu vergleichen, werden
die teilnehmenden Patienten nach einem Zufallsprinzip
(Randomisierung) in mehrere Behandlungsgruppen eingeteilt.
Meist handelt es sich hierbei um eine Versuchsgruppe
und eine Kontrollgruppe. Die Patienten in der Versuchsgruppe
erhalten das zu prüfende Studienpräparat.
Die Patienten der Kontrollgruppe erhalten die beste
Standardtherapie, die aktuell für die betreffende
Krankheit eingesetzt wird. Nur in Studien über
Krankheiten, für die es derzeit keine empfohlene/alternative
Behandlungsmöglichkeit gibt, erhalten die Patienten
der Kontrollgruppe keine zusätzliche Therapie
oder aber ein Leerpräparat (Placebo). Placebos
werden aus Stoffen wie Stärke, Milchzucker oder
Kochsalzlösung hergestellt und sollen in Aussehen
und Geschmack nicht vom Prüfpräparat zu unterscheiden
sein. Ihr Einsatz soll helfen, echte Arzneimittelwirkungen
von unabhängigen Effekten (bedingt durch Placebo,
Selbstheilung) unterscheiden zu können.
Studien dieser Art werden verblindete Studien genannt.
Sollte weder der Patient noch der Arzt wissen, ob das
Prüfpräparat oder das Placebo verabreicht
wird, nennt man es doppelt verblindet.
Da bei fast allen Medikamenten der Krebstherapie mit
sehr charakteristischen Nebenwirkungen zu rechnen ist
(z.B. Übelkeit, Erbrechen) und ein Einsatz eines
Scheinpräparates sehr bald erkannt werden würde,
werden klinische Studien in der Krebstherapie nur selten
verblindet durchgeführt (offene Studie).
 Wer
kann an einer Studie teilnehmen?
Nur wenn für
die Art und das Stadium Ihrer Krebserkrankung aktuell
eine Studie durchgeführt wird, wenn durch eine
genaue Einschlussuntersuchung ihr Gesundheitszustand überprüft
wurde und der Prüfarzt die im Prüfplan genannten
Ein- und Ausschlusskriterien erfüllt sieht, besteht
die Möglichkeit, dass Sie an dieser Studie teilnehmen.Über
die tatsächliche Teilnahme entscheiden aber
Sie selbst mit Ihrer schriftlichen Einverständniserklärung.
Ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung darf keine
Studienmedikation an Sie verabreicht, oder eine Untersuchung,
die mit einer klinischen Studie in Verbindung steht,
durchgeführt werden. Damit Sie diese Entscheidung treffen können, ist
der Prüfarzt verpflichtet, Sie eingehend über
die Studie, ihre Besonderheiten, Risiken und ihren
Nutzen aufzuklären.
Auch wird er Ihnen eine „Patienteninformation
und Einwilligungserklärung zur Studie“ in
schriftlicher Form vorlegen. Dieses Dokument wurde
zuvor ebenfalls von der Ethikkommission auf Herz und
Nieren bzw. auf Vollständigkeit der Informationen
und Verständlichkeit für einen medizinischen
Laien geprüft.
Wenn Sie sich ausreichend informiert fühlen und
an dieser Studie teilnehmen wollen, können Sie
sich mit Ihrer Unterschrift zur Teilnahme bereit erklären.
Die Teilnahme an einer Studie ist freiwillig. Kein
Prüfarzt wird Sie zu einer Teilnahme nötigen
oder Ihnen bei Nicht-Teilnahme eine andere mögliche
Therapie vorenthalten.
Zusätzlich bleibt Ihnen auch das Recht offen,
während der Studienteilnahme jederzeit Ihre Einwilligung
wieder zurückzuziehen, ohne dass Sie Nachteile
für Ihre weitere Behandlung zu fürchten haben.
 Wie
finde ich das richtige Studienzentrum /
die richtige
Studie für mich?
Die Auswahl der Prüfzentren
trifft bei IIT`s der Leiter der klinischen Prüfung.
In den meisten Fällen nutzt er bestehenden Netzwerken
wie CESAR, AIO, DHSG und andere. Bei PIT`s entscheidet
die Pharmaindustrie und ihre Partner (CRO`s = Clinical
Research Organisations = Auftragsinstitute)) über
die Prüfzentren. Alle Zentren müssen über
eine langjährige Erfahrung in der Krebstherapie
und in der Durchführung von klinischen Studien
auf diesem Gebiet verfügen. Jedes Prüfzentrum
verfügt über ein erfahrenes Studienteam aus
Prüfärzten, Studienassistenten (study nurse)
und Studiendokumentaren.
Für interessierte Patienten bieten Studienzentren
auf ihrer Homepage Informationen zu Studien an. In
den meisten Fällen werden die notwendigen Kommunikationspfade
wie Email, Telefon oder Fax angegeben.
In der Einrichtung für klinische Studien (CTU)
werden alle Arten von Studien durchgeführt. Um
Kontakt aufzunehmen, verwenden Sie bitte die angegebenen
Möglichkeiten (Fax, Telefon oder E-Mail).
Kontakt
Einrichtung für klinische Studien (CTU)
Tel.: 0761 206-1220
E-Mail: pdir@tumorbio.uni-freiburg.de
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