Telefon 0761-206-01 Klinik für Tumorbiologie Freiburg
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"Erfahrungswissen" allein reicht nicht - wir wollen eine wissenschaftlich fundierte Leistung anbieten.  
     
 

Ziel der Pflegeforschung in der Klinik für Tumorbiologie ist es, den Patienten ein pflegerisches Angebot zu können, das dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis entspricht.

Da die Pflegeforschung in Deutschland noch eine sehr junge Disziplin ist, erfordert dies zunächst Grundlagenarbeit, auf die in der Zukunft aufgebaut werden kann. Zentrales Anliegen war zunächst, ein praxistaugliches System von Pflegediagnosen zu erarbeiten. (Die wissenschaftliche Begleitung dieses Projektes wurde von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt). Heute arbeiten alle Pflegenden in der Klinik für Tumorbiologie mit diesen Diagnosen, um eine Pflege zu gewährleisten, die bestmöglich den Bedürfnissen der Patienten entspricht. Nächstes Forschungsziel ist, herauszufinden, inwiefern mit Hilfe dieser Systematik der Pflegediagnosen auch die pflegerische Leistung besser erfasst werden kann.

Erwartungen der Patienten an die Behandlung

Ein weiteres Forschungsprojekt beschäftigt sich damit, was Patienten von ihrer Behandlung im Krankenhaus erwarten. Mit Interviews wird nach den entscheidenden Kriterien gesucht, die den Aufenthalt in einer Klinik erfolgreich machen. In diesem Projekt werden bewusst die Grenzen der Pflege überschritten, denn aus Sicht der Patienten ist immer auch das Zusammenspiel der verschiedenen Berufsgruppen ein wichtiger Aspekt bei der Krankheitsbearbeitung. (Unterstützung durch die Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie.)

Spezielle therapeutische Angebote der Pflege sollen künftig ebenfalls mit einer systematischen Methodik überprüft werden. Nicht nur die vom Gesetzgeber geforderte wissenschaftliche Belegbarkeit (Evidenz) unserer Arbeit, sondern auch unser eigenes Selbstverständnis verlangen danach

Pflegeberatung bei Mukositis

Unter einer oralen Mukositis (Stomatitis) versteht man eine Entzündung der Mundschleimhaut. Sie ist eine der unerwünschten Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie bei Krebserkrankungen, welche häufig die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt. Die Beschwerden reichen von leichten bis sehr starken Schmerzen, trockener Mundschleimhaut, sowie Schluckbeschwerden und daraus resultierender Unfähigkeit, ausreichend Nahrung und Getränke zu sich zu nehmen. Bei einigen Chemotherapien führt die orale Mukositis dazu, dass die Chemotherapie unterbrochen oder die Dosis des Medikamentes reduziert werden muss. Dadurch kann sich die Behandlung verzögern oder muss im extremen Fall sogar abgebrochen werden. Der Ausprägungsgrad der Mukositis wird von vielfältigen Faktoren beeinflusst. Er ist abhängig vom Medikament, von der Tumorerkrankung sowie von individuellen Faktoren.
Im Laufe der letzten 20 Jahre wurden viele Strategien zur Vorbeugung und Behandlung der oralen Mukositis getestet. 2004 wurde die erste internationale Therapieleitlinie zum Thema Mukositis publiziert, deren Umsetzung jetzt in vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens diskutiert wird. Allerdings konnte trotz der großen Anstrengungen noch nicht geklärt werden, welches Verfahren den größten Nutzen erbringt.
Viele gefährdete Patienten können die prophylaktischen Maßnahmen nach entsprechenden Beratungsgesprächen mit dem Pflegepersonal selbstständig zu Hause durchführen. Eine konsequente Einhaltung der empfohlenen Mundpflege verringert das Auftreten der beschriebenen Komplikationen. Offensichtlich könnte also eine rechtzeitige und gezielte Information, Anleitung und Beratung von Patienten eine erfolgversprechende Vorbeugung gegen orale Mukositis sein. Dieser Gesichtspunkt wurde in den bisherigen Studien kaum berücksichtigt und bildet deshalb die zentrale Zielsetzung einer randomisierten, kontrollierten Studie an der Klinik für Tumorbiologie. Es geht darum, die Wirksamkeit eines standardisierten Beratungsprogramms zur Vorbeugung beziehungsweise zur Verminderung der oralen Mukositis zu untersuchen und gleichzeitig die Frage zu klären, ob dadurch eine Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen erzielt werden kann.
Im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten Studie der Klinik für Tumorbiologie sollen die Effekte des neuen pflegerischen Beratungsprogramms im Vergleich mit der herkömmlichen Betreuung über einen Zeitraum von 18 Monaten (April 2009 bis September 2010) verglichen werden. Die Studie wird in der Verantwortung des Direktionsbereichs Pflegedienst und Pflegeforschung und der Praxis für Interdisziplinäre Onkologie und Hämatologie in der Klinik für Tumorbiologie durchgeführt.
Die Förderung erfolgt durch die Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie e. V. Die Studie wird im Vorfeld der Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zur Begutachtung vorgelegt.

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