Telefon 0761-206-01 Klinik für Tumorbiologie Freiburg
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Wir erarbeiten therapeutische Konzepte, die die Wirkung der Zytostatika durch ein gezieltes Freisetzen im Tumor erhöhen und gleichzeitig die schädlichen Wirkungen auf gesunde Systeme des Körpers verringern.  
 

 

Makromolekulare Prodrugs
in der antitumoralen Chemotherapie

   
 

Allgemeine Forschungsgebiete:

  • Arzneistoffentwicklung
  • Chemotherapie
  • Drug targeting
  • Makromolekulare Prodrugs
  • Polymer-Zytostatika-Konjugate

Spezialgebiete:

  • Topoisomerase-Inhibitoren
  • Platin-Komplexe
  • Taxane
  • Antimetabolite
  • Alkylantien
  • Albumin

Therapeutisches Konzept der Arbeitsgruppe

Makromoleküle, wie etwa Blutproteine oder synthetische Polymere, bieten neue Möglichkeiten, tumorhemmende Wirkstoffe im Tumor anzureichern. Dabei konzentriert sich das Forscherteam in erster Linie auf die Eigenschaft bestimmter Blutproteine, (wie etwa von Transferrin und Albumin), sich im Tumor anzureichern. Die bevorzugte Aufnahme dieser Proteine im Tumorgewebe hängt zum einen mit einem erhöhten Stoffwechsel von Krebszellen zusammen, zum anderen mit den oft großporigen, brüchigen Gefäßwänden des Krebsgewebes. Durch solche Poren in den Gefäßen des Tumors werden große Moleküle, wie die Bluteiweiße, vom Tumorgewebe "eingefangen", von den Krebszellen aufgenommen und nicht mehr abtransportiert.

Werden Zytostatika über maßgeschneiderte Bindungen an Makromoleküle gekoppelt, entstehen sogenannte makromolekulare Prodrugs, die das Medikament gewissermaßen im Schlepptau zum Tumor transportieren und dort gezielt freisetzen.

Im Mittelpunkt steht ein neuartiges, in der Klinik für Tumorbiologie entwickeltes makromolekulares Prodrug-Konzept, das darauf beruht, das proteinbindende Wirkstoffderivate nach intravenöser Applikation selektiv an körpereigenes Albumin in der Blutbahn binden.

Untersucht wird die therapeutische Bedeutung der Sollbruchstelle zwischen dem Träger und Wirkstoff (enzymatisch und pH-abhängig spaltbare Bindungstypen) sowie des Trägers (z.B. Albumin, Transferrin, Polyethylenglykol). Durch anschließende biologische Untersuchungen werden Struktur-Wirkungs-Beziehungen erarbeitet.

Eine Reihe von Versuchen an tumortragenden Tieren hat inzwischen gezeigt, dass ausgewählte Protein-Zytostatika-Konjugate den bisherigen Standardverfahren mit freiem Wirkstoff überlegen sind: Die tumorhemmende Wirksamkeit ist deutlich gesteigert, beziehungsweise die Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind verringert.

Folgende wissenschaftliche Aspekte werden im Rahmen
des synthetischen Konzepts bearbeitet:

  • Bedeutung der Sollbruchstelle zwischen Träger und Zytostatikum (Maßschneidern von Sollbruchstellen für eine effiziente in vivo Anwendung, Design von Spacermolekülen),
  • Bedeutung des makromolekularen Trägers für die biologische Wirksamkeit und zielgerichteten Therapie - systematischer Vergleich von verschiedenen Trägern (Serumproteine, Wachstumsfaktoren und synthetische Polymere),
  • Klärung des Wirkungsmechanismus von zytostatischen makromolekularen Trägersystemen (zelluläre Aufnahme und Verteilung, Bedeutung von Zellrezeptoren für die zelluläre Aufnahme, Untersuchung an Zytostatika-resistenten Zellinien),
  • Ausnutzung von körpereigenen Proteinen für den Transport von Pharmaka, Drug Design mit Hilfe von Computer-Aided-Design anhand von kristallografischen Daten, z.B. von Albumin und Transferrin,
  • Ausnutzung von tumorspezifischen Enzymen, um gezielt das Polymer gebundene Pharmakon am Wirkort freizusetzen.

Kontakt:
Klinik für Tumorbiologie
Dr. Felix Kratz
kratz@tumorbio.uni-freiburg.de

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